Mein Gastgeber Alexey mit seiner Freundin auf der Strasse im Zentrum Nevsky ProspektVor allem bin ich erst mal von der Idee des Hospitality Clubs begeistert. Ich habe mit Alexey, einem 24 jaehrigen Einheimischen eine Uhrzeit und Ort in der City ausgemacht. Ich wusste nicht, ob es klappt und ob ich mit dem Unbekannten zurechtkommen werde, und ob man sich nicht gegenseitig auf die Nerven geht. Er kam zwar nicht puenktlich, was mich kurz besorgte, aber dann stand er auf einmal mit seiner Freundin vor mir, und sie waren mir auf anhieb sympathisch.
Alexey lebt mit seinen Eltern und seinem juengeren Bruder in einer Wohnung im Sueden der Stadt, ca. 1 Stunde Metro+Bus von der City entfernt. Auch vom Rest der Familie wurde ich freundlich empfangen. Ich durfte im Wohnzimmer residieren. Alexey musste von 9 bis 19 Uhr arbeiten, und somit bin immer morgens mit ihm in die Stadt gefahren und abends zusammen zurueck. Tagsueber habe ich mein eigenes Ding gemacht, und abends etwas gemeinsam, d.h. mal durch die Stadt schlendern oder mal einfach zu Hause hocken und labern.
St.Petersburg mit dem Fluss, den vielen Kanaelen und Prachtbauten, den weitlaeufigen Strassen und dem Winterpalast mit der integrierten Ermitage ist wirklich beeindruckend. Beim Besuch des Winterpalasts ging ich vor lauter Raeumen fast verloren und hatte vor lauter Ueppigkeit fast eine Reizueberflutung.
Klischees
Ich muss ja zugeben, dass sich einige Klischees bewahrheitet haben. Die strenge und straffreudige Polizei zum Beispiel: Als Alexey und Freundin die Metro-Station mit Eis betraten, hat ein Polizist ihnen gleich die Leviten gelesen und Strafgeld kassiert. In einer Fussgaengerzone konnte ich den brutalen Umgang der Polizei mit Besoffenen beobachten. Die hohe Polizei-Praesenz ist auffallend: In Parks, an Kreuzungen, in Fussgaengerzonen und vor manchen Gebaeuden.
Begegnungen
Am Donnerstag, dem letzten Tag in St.Pete, habe ich die St.Isaaks Kathedrale bestiegen und den Ausblick auf die Neva (Fluss) und die Stadt genossen. Dabei bin ich mit dem "Waechter" dort oben ins Gespraech gekommen, dessen aeusserliche Erscheinung von einem schweren Leben zeugte. Er konnte sogar deutsch und war auch noch gerade dabei, mithile des Woerterbuchs Vokabeln zu pauken. Sein deutsch war wirklich nicht akzentfrei, aber dafuer die Grammatik korrekt. Er holte eine monatlich erscheinende deutschsprachige St.Petersburger Zeitung aus seiner "Waechterbude", die kuerzlich eine Erzaehlung von ihm veroeffentlicht hat. Darauf war er sehr stolz, erst recht, weil er wenig Bildung und schon gar nicht studiert, sondern sein Geld mit niederen Arbeiten verdient hat, wie er sagte. Eine weitere Erzaehlung hat er auch schon verfasst und hofft auf die Begegnung mit einen Touristen, der diese im Ausland veroeffentlicht.
Ich bin zwar nicht der Tourist, der ihm diesen Traum erfuellt, aber es war eine interessante Begegnung.
Alexey lebt mit seinen Eltern und seinem juengeren Bruder in einer Wohnung im Sueden der Stadt, ca. 1 Stunde Metro+Bus von der City entfernt. Auch vom Rest der Familie wurde ich freundlich empfangen. Ich durfte im Wohnzimmer residieren. Alexey musste von 9 bis 19 Uhr arbeiten, und somit bin immer morgens mit ihm in die Stadt gefahren und abends zusammen zurueck. Tagsueber habe ich mein eigenes Ding gemacht, und abends etwas gemeinsam, d.h. mal durch die Stadt schlendern oder mal einfach zu Hause hocken und labern.
St.Petersburg mit dem Fluss, den vielen Kanaelen und Prachtbauten, den weitlaeufigen Strassen und dem Winterpalast mit der integrierten Ermitage ist wirklich beeindruckend. Beim Besuch des Winterpalasts ging ich vor lauter Raeumen fast verloren und hatte vor lauter Ueppigkeit fast eine Reizueberflutung.
Klischees
Ich muss ja zugeben, dass sich einige Klischees bewahrheitet haben. Die strenge und straffreudige Polizei zum Beispiel: Als Alexey und Freundin die Metro-Station mit Eis betraten, hat ein Polizist ihnen gleich die Leviten gelesen und Strafgeld kassiert. In einer Fussgaengerzone konnte ich den brutalen Umgang der Polizei mit Besoffenen beobachten. Die hohe Polizei-Praesenz ist auffallend: In Parks, an Kreuzungen, in Fussgaengerzonen und vor manchen Gebaeuden.
Begegnungen
Am Donnerstag, dem letzten Tag in St.Pete, habe ich die St.Isaaks Kathedrale bestiegen und den Ausblick auf die Neva (Fluss) und die Stadt genossen. Dabei bin ich mit dem "Waechter" dort oben ins Gespraech gekommen, dessen aeusserliche Erscheinung von einem schweren Leben zeugte. Er konnte sogar deutsch und war auch noch gerade dabei, mithile des Woerterbuchs Vokabeln zu pauken. Sein deutsch war wirklich nicht akzentfrei, aber dafuer die Grammatik korrekt. Er holte eine monatlich erscheinende deutschsprachige St.Petersburger Zeitung aus seiner "Waechterbude", die kuerzlich eine Erzaehlung von ihm veroeffentlicht hat. Darauf war er sehr stolz, erst recht, weil er wenig Bildung und schon gar nicht studiert, sondern sein Geld mit niederen Arbeiten verdient hat, wie er sagte. Eine weitere Erzaehlung hat er auch schon verfasst und hofft auf die Begegnung mit einen Touristen, der diese im Ausland veroeffentlicht.
Ich bin zwar nicht der Tourist, der ihm diesen Traum erfuellt, aber es war eine interessante Begegnung.
1 Kommentar:
Lieber Erich,
bei Deinem lebendigen Bericht fällt es einem nicht schwer, Dich auf Deiner Reise zu begleiten. Spontan dachte ich auch an Deine Reise durch Brasilien. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass an Dir mit Deiner Entdeckerfreude und Deinem Entdeckermut ein Journalist verloren gegangen ist.
Ich bin schon gespannt auf die weiteren Berichte.
Viele liebe Grüße aus Bonn
Kommentar veröffentlichen