Mittwoch, 22. August 2007

Irkutsk & Baikalsee

18.08 bis 20.08


Ich bin am Samstag frueh um 3 Uhr in Irkutsk eingetroffen. Meine Gastgeberin war so nett, mich mitten in der Nacht am Bahnhof abzuholen. Am naechsten Tag stand Geld besorgen und Zugticket buchen an. Dabei ist es sehr praktisch, wenn man auf Locals zurueckgreifen kann. Ina, die Gastgeberin ist eine nette und hilfreiche Dame, die allerdings so schuechtern war, dass es mir unangenehm wurde. Ich wollte aber sowieso an den Baikalsee und Irkutsk ist mit seinen 70 Kilometern Entfernung sozusagen das Tor dazu. Also bin ich mit dem Bus dorthin gefahren. Als man endlich den Blick auf den See erhaschen konnte, habe sich alle zu den Fenstern gestreckt. Es ist eben ein ganz besonderer See, mit seiner ca. 600 KilometernLaenge, 1.700 Metern Tiefe und dem extrem sauberen Wasser. Dort angekommen, habe ich eine Unterkunft (ein Homestay) organisiert und bin am See entlanggeschlendert. Dabei formierten die Wolken einen ganz besonderen Hintergrund zum See. Am naechsten Tag bin ich gewandert und habe eine geniale Aussicht auf den See genossen.

Am Abend wollte ich eigentlich mit der "Raketa" zurueck nach Irkutsk fahren. Die Raketa ist ein sehr schnelles Passagierschiff. Erst kam es 15 Minuten zu spaet und dann hiess es auch noch, dass es voll ist und keine Personen mehr aufgenommen werden. Also fiel dieses Erlebnis aus. Im Chaos der wartenden Leute, die alle zurueck nach Irkutsk wollten, habe ich dann Lucca und Jeremy kennengelernt. Zurueck in Irkutsk, habe ich ihrem Hostel eingecheckt und wir hatten einen geselligen Abend.

Der Montag war dann gemuetlich. Bin durch Irkutsk geschlendert, habe mein Tagebuch und Blog gepflegt, und auf den Abend gewartet, weil um 20:40 Uhr die Zugabfahrt nach Ulan-Baator (Mongolei) anstand.

Mit einem Englaender aus dem Hostel bin ich zur Strassenbahn gelaufen, um mit dieser zum Bahnhof zu fahren. In der Strassenbahn haben wir noch zwei weitere Backpacker getroffen, die uns schon mal ueber den Weg gelaufen sind. Wir hatten uns in der vollen Strassebahn nett unterhalten. Bei ein automatischen Routine-Kontrolle meiner Taschen durchfuhr mich ein Schock, da ich mein Portmonee nicht mehr finden konnte. Mein Portmonee, in dem jede Menge Bargeld, reichlich Traveller-Schecks, meine Kreditkarte, EC-Karte, Fuehrerschein und so weiter befindet (intelligente Risikostreuung und keine Plan B .... Viele Jahre unbeschwertes Reisen haben mich zu mangelnder Vorsicht verleitet). In der Panik habe ich laut saemtliches Vokabular auf russisch von mir gegeben, um auf den Diebstahl aufmerksam zu machen und die Hilfe der anderen zu hoffen. Allerdings waren die Passanten lediglich um guten Halt bemueht, oder schauten aus dem Fenster. Ich kam mir verdammt hilflos und verloren vor. Ich hatte einen Hauptverdaechtige, deren Tasche in durchsuchte und ihr auch noch hinterherlief, allerdings war der Geldbeutel wohl schon in ganz anderen Haenden. Diese Unaufmerksamkeit und Unfaehigkeit, die Situation noch zu retten, muss man sich erst mal vergeben koennen. Diese Szene lief noch Tage vor meine geistigen Linse ab.

Was macht man im Ausland ohne Kohle und ohne irgendeinen Zugang zu Geld. Der Englaender war so nett, mit 300 Rubel zu geben (ca. 8 Euro). Zum Glueck hatte ich mein Reisepass und meine Zugticket noch, sodass ich die Zugreise antrat, wobei ich erstmal noch geistig benommen war von dem dummen und belastenden Ereignis. Wie geht es weiter? Schliesslich steht noch mehr als die Haelfte der Reise vor mir und "ohne Moos nicht los".

Ich habe zwar weder das Portmonee noch den Inhalt zurueckerhalten, aber es ging weiter. Schliesslich darf man sich von den Paar Spielverderbern auf dieser Welt nicht die Laune verderben lassen. Ich selber neig(t)e auch dazu, deswegen ganz Russland "sch...." zu finden. Allerdings gab es am Anfang geniale Zeiten, mit super Gastgebern wie Alexey, Alla, Evgeni und Ina, die ich an dieser Stelle nicht vergessen moechte. Wie es weiterging, ... im naechsten Blog.

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