09.08 bis 14.08
Nach sieben Stunden Zugfahrt habe ich Moskau erreicht. Dank einer guten Wegbeschreibung von Alla, meiner naechsten Gastgeberin, konnte ich sie gut finden. Ausserdem dank eines Semesters Russisch an der Uni, welches mir den Zugang zum kyrillischen Alphabet und einigen Vokabeln verschaffte. In der Metro und auf Strassenschildern ist naemlich die Beschreibung mit lateinischen Buchstaben eher die Ausnahme. Das Personal, z.B. am Metro-Schalter, am Kiosk oder in der Wechselstube, ist der englischen Sprache in der Regel nicht maechtig.
Und wieder war ich begeistert von der Idee des Hospitality-Club. In dieser 10 Mio. Einwohner Stadt, von denen ich keinen kenne und die fuer mich alle Anonym sind, habe ich einen Stunde nach Ankunft gemuetlich mit Alla und ihrem Freund Dima beim Abendessen gesessen und mich sehr wohl bei ihnen gefuehlt. Ausserdem haben wir uns dermassen festgequatscht, dass es gleich mal 2 Uhr morgens wurde, bis wir uns in die Waagrechte begeben haben. Alla und Dima sind beide Mitte 20. Er ist Fotograf und sie arbeitet in einer Reiseagentur. Der gemeinsame Nenner bei Gespraechen ist natuerlich die Reiserei, ueber die es immer etwas auszutauschen gibt. Dima z.B. hat mal mit Freunden im Sommer einen Monat in Deutschland verbracht, wo sie in Einkaufszonen musiziert und somit Ihr Einkommen ein wenig aufgebessert haben.
Weil Alla und Dima am Wochenende fuer einen Kurztrip in die Ukraine aufbrachen, musste ich mir neue Gastgeber suchen. Also verabredete ich mich fuer Freitag Mittag mit Evgeni. Vorher habe ich bei der mongolischen Botschaft mein Visa beantragt. Das Treffen mit Evgeni hat geklappt und er selbst ist ein prima Bursche. Er ist in meinem Alter, hat Jura studiert, und arbeitet fuer eine Agentur die russischen Staatsbuerger im Ausland bei der Geltendmachung von Rentenanspruechen unterstuetzt. Aus diesen Gruenden ist er regelmaessig in Israel. Als er gleich am Anfang recht detailiert von seinen Aufgaben, und der in Aussicht stehenden Betreuung von Russen in Deutschland, hatte ich fast vermutet, dass er irgendwelche Geschaeftsbeziehungen mit mir aufbauen will. Aber diese Vermutung hat sich nicht bestaetigt, und ist mittlerweile beschaemend, da er einfach ein extrovertierter und geselliger Top-Gastgeber war, mit dem ich durch die Stadt gestrollt bin, guten Austausch hatte und der mir einen Grossteil seiner Freunde vorgestellt hat. Weder Kultur noch Party kam in dieser Zeit zu kurz.
Klischees
In Russland gehoert es zur guten Art, mit einer Dose oder Flasche Bier durch die Stadt zu laufen. Man sieht den Pendler am Morgen in der Bahn, der Anzugtraeger am Mittag im Zentrum und vermutlich mehr als die Haelfte der Passanten am Abend ausgestattet mit diesem Accessoire. Wenn sich die Treppen zu den Metro's am Abend in eine Flaschensammelstelle verwandeln, ergibt sich ein eher haessliches Bild.
und so weiter
Am Dienstag setze ich mich in den Zug und komme 5.000 KM weiter am Freitag in Irkutsk an, wo der Gastgeber auch schon so gut wie organisiert ist. Das Ticket fuer die Strecke kostet ca. 220 Euro.
Montag, 13. August 2007
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5 Kommentare:
Hi alder Babsach, du hast es gut aber wart ab der Alex macht dich platt mit seiner Hochzeitsreise und ich erst recht!!!!!!
Alex / Kessel
du sitzt im ZUg nach Irkuzktzt?? und ich nach Zürich da wirst wohl etwas neidisch
Coole Sache Erich!
Jetzt geht's endlich in den Zug! Hoffentlich kommste unbeschadet durch und nicht das du bei der Fahrt mit den Kasachen "ka Sache" mehr hast.
Hau rein alter Bappsack!
Zacha
Tach Mate !!!
Du bist einfach nur geil. Liebe Gruesse von Bogunda.... . Wuenschen dir viel Spass und das du mir gesund wieder nach Hause kommst.
Kathi und Denis
hallo Röhrich,
ich hoffe du hast viel spaß, und überstehst die zugfahrt. Wenn es langweilig wird, einfach viel tschei trinken !
heiner
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