Dienstag, 11. September 2007

Mongolei - China

31.08 bis 02.09 (36h & ca. 1.700 KM)

So wird am Bahnhof in der Mongolei Abschied genommen

Obwohl wir (die beiden Spanier, der Italiener & ich) uns bereits ca. 10 Tage vor dieser Zugabreise um Tickets bemüht haben, sind wir an keine ordentlichen drangekommen. Also gingen wir zu einem Travel-Agent, der uns einen ganz speziellen Deal angeboten hat. Drei Züge und zwei Mal umsteigen, wobei er uns lediglich das erste Ticket und zwei Gutscheine für die anderen beiden geben konnte. Die anderen beiden würden an den jeweiligen Bahnhöfen von seinen Partnern eingelöst werden. Da wir sonst keine Alternative hatten, ließen wir uns auf diese etwas mysteriöse Handhabung ein.

Es war eine schwere Aufgabe, am Abend der Abfahrt in Ulaanbaator/Mongolei in den Zug zu gelangen. Abschiede in der Mongolei werden nämlich ausgedehnt und dramatisch zelebriert. Vor unserem Zugwaggon war eine große Menschentraube, die wir erst Mal durchdringen mussten. Auch als wir endlich im Waggon waren, so waren wir noch lange nicht im Abteil. Der Gang war nämlich voller Menschen und Gepäck, sodass es keinen Zentimeter voranging. Schließlich schritt die Schaffnerin durch den Gang und sorgte mit ernster Stimme und einem kleinen Stock für Ordnung und verjagte die Verwandtschaft der Abreisenden. Dann tummelten sich die Massen auf dem Bahnsteig und jeder versuchte an die Fenster heranzukommen, um noch einen Blick zu erhaschen. Tüten und Taschen wurden durch die Fenster gereicht. Parallel dazu gab es ein Blitzlichtgewitter, für ein letztes und noch ein allerletztes Foto vom Abreisenden. Schließlich drehten sich die Zugräder und es kehrte Ruhe ein.

Am nächsten Tag erreichten wir die Grenze und durchliefen die üblichen Passkontrollprozeduren. Auf der chinesischen Seite in Erlian stand das erste Umsteigen an. Das Eintauschen des Gutscheins in ein Zugticket hat sogar geklappt, und zwei Stunden später saßen wir im nächsten Zug. Dies war ein chinesischer Zug und mir begegnete eine komplett andere Atmosphäre. Bisher hieß 2. Klasse immer 4-Bett-Kompartment mit Tür. In China bedeutet 2. Klasse ein 6-Bett-Kompartment ohne Tür. Also ist es eher mit einem Großraum-Waggon zu vergleichen. Da die Chinesen ein sehr fröhliches und gar nicht schüchternes Volk sind, ging es dementsprechend laut und lustig her. Ein Grossteil dieser Strecke führte durch die Wüste Gobi und trotz geschlossener Fenster, war sogar im Waggon die Luft staubig und somit recht unangenehm.

Am Abend war noch mal umsteigen mit 4 Stunden Aufenthalt in Yinjing und wieder Gutschein einlösen angesagt. Alles hat super geklappt. Am nächsten Morgen rollten wir dann in Peking ein.

Keine Kommentare: